RACE-STAR ConverTTable gewinnt die 12h von Laguna Seca
Dienstag, den 09. Februar 2010 um 22:50 Uhr
Am frühen Samstagmorgen hatte man noch davon geträumt, die 12h von Laguna Seca zu gewinnen. Aber keiner im Team wollte es so richtig aussprechen. Nach einer kurzen Nacht versammelten sich die Fahrer, darunter Enrico Schaller, Daniel Legner, Mark Jung und Robert Gödicke bereits um 8.30Uhr zur Fahrerbesprechung bei der Rennleitung. Wichtige Dinge wurden angesprochen, unter anderem auch die Boxenstops und deren Ablauf. Strafen wurden angedroht für die die sich nicht daran halten. Niemand ahnte zu dem Zeitpunkt wie gewichtig die Sache nochmal werden würde.
Um 9.00Uhr begann das Qualifying zur Ermittlung der Startaufstellung. Enrico Schaller saß auf dem Auto um das Unternehmen "Poleposition" in die Tat umzusetzen. Eng ging es an der Spitze des GT1 Feldes zu, wo man ja mit der Corvette C6R ganz vorne mitmischen wollte. Ein beinharter Kampf entwickelte sich mit dem zweitplatzierten Aston Martin. Doch am Ende der Stunde konnte das Team von RACE-STAR ConverTTable die Pole und damit den Platz an der Sonne bejubeln, das ganze mit nur 0,021 Sekunden Vorsprung. Das erste gesteckte Ziel war erreicht, aber auch nur ein Bruchteil von dem, wo man nach den 12 Stunden stehen wollte...
Langsam aber unaufhörlich rückte die Stunde näher, in der das Rennen an den Start gehen sollte. Punkt 11Uhr wurden die Ampeln auf grün geschaltet, und die beiden Starterfelder, bestehend aus Fahrzeugen der GT1 und GT2, setzten sich hinter den Safetycars in Bewegung. Am Steuer der RACE-STAR ConverTTable Corvette hatte Robert Gödicke Platz genommen. Die Spannung war förmlich zu spüren, als das Feld aus der Einführungsrunde zurück kam und das Safetycar in die Boxengasse abbog. Man hätte eine Stecknadel fallen hören können. Tief grollend bog die Corvette um die letzte Kurve auf die Startgerade ein. Und dann ging es los. Unter ohrenbetäubendem Lärm flog das Feld der GT1 Boliden an den Boxen vorbei. Das Rennen war gestartet. 12 lange Stunden lagen nun vor den Teams, mit allen Unwägbarkeiten die so ein Rennen mit sich bringen sollte.
Wir hatten den Abend davor unsere Strategie penibelst festgelegt und Robert hielt sich ab dem ersten Kilometer auch daran. Er ließ die losstürmende Meute an der Spitz ziehen und fuhr seinen Stiefel runter. Man bewegte sich auch so unter den Top 3. Es lief eigentlich gut an, die Rundenzeiten passten. Doch plötzlich ein Aufschrei im Teamfunk, "Robert, was ist los ?" ging die Frage direkt an den Fahrer. "Ich bin abgeflogen, leichter Einschlag, glaube das Auto ist o.k.". Das Team schluckte und starrte nur noch auf den Monitor. Das Auto fährt, ging dann erleichtert die Nachricht durch die Box. Aufatmen. Ein technisches Problem war bei Robert aufgetreten und hatte das Auto kurz außer Gefecht gesetzt. Doch zum Glück sollte dieses Problem nicht wieder auftauchen. Nur war man dadurch auf Platz 8 zurück gefallen. Aber man stand ja erst am Anfang des 12 stündigen Rennens. Robert fand schnell wieder in den Rhythmus und stellte fest daß die Corvette keinen großen Schaden davon getragen hatte. Nach gut einer Stunde stand dann der Stop und gleichzeitig ein Fahrerwechsel an. Enrico Schaller übernahm das Auto für den 2. Stint und spulte diesen ohne größere Zwischenfälle ab. Nach einer weiteren Stunde übernahm dann Mark Jung das Steuer. Man hatte sich mittlerweile wieder auf Platz 4 vorgefahren, allerdings mit zeitweise 3 Runden Rückstand. Doch bei Jung lief es an dem Tag nicht. Er kam nicht auf seine Zeiten, hatte dann auch noch Pech als in der Corkscrew eine sich kreiselnde Corvette genau vor sein Auto rutschte und er eine Kollision nicht mehr vermeiden konnte. Mark Jung übergab nach seinem Stint das Auto an Daniel Legner. Man beschloss ab jetzt die Aufholjagd einzuläuten, und was das Team dann zeigte, kann man nur als Motorsport vom Feinsten bezeichnen.
Runde um Runde, Stunde um Stunde machte man immer mehr Zeit auf die Spitze gut und kämpfte sich langsam aber sicher immer weiter nach vorne. Vor allem Robert Gödicke, der in der Nacht sogar einen dreifach Stint absolvierte, konnte mit seinen konstanten Rundenzeiten Einiges an Boden gut machen. Natürlich profitierte man auch von dem Pech einiger Teams, aber wie immer im Leben, gehört dies halt auch zu einem Langstreckenrennen dazu. Aufgrund der Tatsache daß Gödicke, Schaller und Legner mit ihren Stints eine solche Performance an den Tag legten, beschloss Mark Jung, der an dem Tag einfach nicht mit der Corvette harmonierte, auf seine weiteren Stints zu verzichten, um der Aufholjagd keinen Abbruch zu tun. So vergingen die Stunden. Die Corvette lief wie ein Uhrwerk, keinerlei Probleme bremsten den Vorwärtsdrang des Teams. Und ca. 3 Stunden vor Rennende übernahm dann Enrico Schaller mit einem sehenswerten Manöver und unter dem Jubel des kompletten Teams aus eigener Kraft die Führung im Rennen. Die Strategie ging langsam auf.
Doch dann kamen erste Zweifel in Bezug auf das Team auf welches geraume Zeit an der Spitze lag und das man gerade erst niedergekämpft hatte. Unregelmäßigkeiten bei den Boxenstops und die daraus resultierenden Zeitvorteile fielen auf und die Teamleitung machte die Rennleitung darauf aufmerksam. Diese trat umgehend zusammen um die Vorfälle zu untersuchen.
Aber das Rennen lief weiter und RACE-STAR ConverTTable musste die Führung dann bei ihrem letzten Boxenstop leider wieder abgeben. Daniel Legner fuhr den letzten Stint und hetzte mit ca. 10 Sekunden Rückstand den führenden Aston Martin um die Strecke. Jetzt hielt es keinen mehr auf den Stühlen. Daniel machte Sekunde für Sekunde gut. Zum Ende hin stellte man fest daß der Sprit auf jeden Fall reichen wird, wodurch Daniel noch ein wenig mehr Druck ausüben konnte. Aber ihm gelang es nicht mehr; mit lediglich 3,7 Skunden, und das nach 12 Rennstunden, überquerte die Corvette die Linie als Zweiter.
Jubel stellte sich im Team ein und das war aufgrund der gezeigten Leistung auch mehr als gerechfertigt. Aber es schwebte immer noch die Untersuchung der Rennleitung über dem Ganzen. Im Team wurde gerätselt wo man die Zeit hat liegen lassen, die am Ende auf die Spitze fehlte. Aber erst einmal war man überglücklich mit der gezeigten Performance.
Ca. 1 Stunde nach Rennende kam dann aber eine Meldung der Rennleitung, die alles nochmal über den Haufen werfen sollte. Der Verdacht hatte sich bestätigt. Das gegnerische Team hatte genau diese Regel verletzt, die in der Fahrerbesprechung am Morgen angesprochen wurde. Man konnte den Verstoß in 3 Fällen nachweisen und errechnete einen Zeitvorteil von ca. 1 Minute. Dies würde bedeuten, daß RACE-STAR ConverTTable unter normalen Bedingungen mit fast einer Runde Vorsprung gewonnen hätte und trotz des Zeitvorteils der Gegner nur etwas über 3 Sekunden hinter ihnen ins Ziel kam. Dies bestätigte erneut die super Leistung.
Und dann war es Gewissheit. RACE-STAR ConverTTable mit den Fahrern Enrico Schaller, Daniel Legner, Mark Jung und Robert Gödicke sind die Sieger der 12h von Laguna Seca. Ein großer Erfolg, zwar mit dem kleinen Beigeschmack daß man natürlich lieber auf der Strecke gewonnen hätte, aber im Nachhinein mehr als verdient.
Die Feier ging noch bis spät in die Nacht. Doch am nächsten Tag schon wurde gesagt, das man sich aufs nächste Langstreckenevent freut. Und das ist bestimmt nicht gelogen.




